Freitag, 18. Januar 2013

Interview mit Björn Ian Craig

Vincent Preis: Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung für den Vincent Preis. „Casus Belli“ ist ein tolles Cover! Oder hat das Bild einen anderen Namen als die Anthologie ?



Björn Ian Craig: Nein, der Titel der Anthologie passt schon. Obwohl CB ja eigentlich den ausschlaggebenden Grund für einen Krieg bezeichnet und in meiner Zeichnung der Krieg ja bereits in vollem Gange ist und der gefallene Soldat sich wieder erhebt um sich zu rächen.



Vincent Preis: Stell dich doch den Lesern bitte mal vor. Ich schätze mal, den Meisten bist du noch eher unbekannt.



Björn Ian Craig: Ich bin gerade 31 Jahre alt geworden und wohne in der Schweiz. In Basel habe ich vor etwa 7 Jahren meine Ausbildung zum Grafik-Designer gemacht und arbeite seither auch in dem Beruf. Illustrationen für Phantastik-Bücher entwerfen zu dürfen bedeutet für mich ein toller Ausgleich zu meinem beruflichen Alltag – da ich mich hier meist voll austoben kann!



Vincent Preis: Wie entstand das Cover zu „Casus Belli“?



Björn Ian Craig: Oftmals studiere ich eine Zeit lang, probiere verschiedene Dinge in Skizzen aus und verwerfe das Meiste dann wieder weil es mir noch nicht richtig gefällt. Bei Casus Belli war die Sache etwas anders. Während dem Skizzieren an der ersten Motividee (die dann ja nicht realisiert wurde) konnte ich plötzlich vor meinem geistigen Auge eine Gestalt sehen, die sich aus einem Knochenhaufen erhebt. Daraus wurde dann der Soldat. Und daraus dann das schlussendliche Cover.



Vincent Preis: Wie ist deine generelle Vorgehensweise, wenn du ein Bild in Auftrag bekommst?



Björn Ian Craig: Nun, zuerst versuch ich mich in die Thematik einzuleben, mich mit dem Thema vertraut zu machen. Da helfen auch einzelne Texte zum Buch. Dann versuche ich ein Motiv zu finden, dass die Thematik widerspiegelt. Die wird dann zuerst mit Bleistift skizziert. Erst wenn dieses Motiv interessant genug erscheint, wird es eingescannt und dann digital ausgearbeitet.



Vincent Preis: Erzähl uns doch mal, welche deiner Bilder es auf diesem unübersichtlichen Buchmarkt zu bewundern gibt und welches dein ganz persönlicher Favorit ist?



Björn Ian Craig: Nun, CASUS BELLI dürfte mittlerweile ja einigermaßen bekannt sein. Dann gibt es noch das Cover zu DIE KÄLTE JENSEITS DER TRÄUME aus dem mg Verlag und das Titelbild zu Stephan Peters ASCHERMITTWOCH. Ansonsten findet man noch viele Illustrationen in Markus K. Korbs ERNTEN DES SCHRECKENS und im Fantasyguide Anthologie Buch DER WAHRE SCHATZ.



Vincent Preis: Casus Belli ist ja schon eine Weile draußen. Hast du schon viele Rückmeldungen bekommen und wenn ja, wie sahen die aus?



Björn Ian Craig: Fast alle Feedbacks waren enorm positiv. Ich war auch erstaunt, dass gerade bei diesem Cover so viele Rückmeldungen eingegangen sind und dass das Cover so gut ankommt. Aber auch für mich ist es definitiv ein Highlight in meinem bisherigen Schaffen.





Vincent Preis: Der Buchmarkt steht ja niemals still. Was ist denn für 2011 geplant. Gib uns doch mal einen Einblick in deine Werkstatt!



Björn Ian Craig: Da steht noch einiges an, obwohl ich auch noch nicht allzu konkret werden darf. Die Fantasyguide Anthologie wird in eine zweite Runde gehen und ich werde da auch wieder mitmischen, und dann stehen noch zwei Cover für Bücher aus dem Hause Eloyed an. Was das sein wird muss ich noch etwas geheim lassen, aber als Phantastik-Liebhaber kann man sich da jetzt schon gehörig drauf freuen! Bei einem Projekt durfte ich zudem mit einem meiner bevorzugten Autoren arbeiten, was mir enorm viel Spaß bereitet hat. Ich hoffe, man sieht dies dann auch am fertigen Cover!



Vincent Preis: Hast du irgendwelche Vorbilder oder jemand, den du besonders bewunderst?



Björn Ian Craig: Als Schweizer muss ich da ganz klar H.R. Giger nennen. Ich denke nicht, dass meine Phantasie auch nur annähernd an seine monströsen Kreationen herankommt, aber ein Vorbild ist er definitiv. Dann bin ich auch ein großer Bewunderer von Ladislav Beksinski. Den polnischen Künstler schätze ich enorm und ich lasse mich auch immer wieder gerne von ihm inspirieren! Zu guter Letzt muss ich dann noch die EC Comics aus den 50ern nennen, die mich enorm begeistern!



Vincent Preis: Willst du abschließend noch ein paar Worte an die Vincent Preis Gemeinde richten?



Björn Ian Craig: Zunächst mal ein großes Dankeschön, an alle, die in der Vorausscheidung ihre Stimme meinem Cover gegeben haben. Es in die letzte Runde zu schaffen, und damit die Gewissheit zu haben, dass vielen Lesern meine Arbeit gefällt, bedeutet mir eine Menge, vor allem auch, da mein Output an Werken nicht besonders riesig ist. Das motiviert und gibt mir Kraft für weitere Projekte. Natürlich wäre es sehr schön, auch an Ende auf dem obersten Treppchen stehen zu dürfen, aber ich bleibe da bescheiden und freue mich schon riesig zu den Top 5 zu gehören. Wenn noch was zusätzlich kommt, wäre das einfach noch eine tolle Zugabe!



Vincent Preis: Vielen Dank für das aufhellende Interview. Wir wünschen dir noch viel Erfolg sowie weiterhin tolle Bilder!

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